IPUS - Institut für Prävention und Sportmedizin Bad Wildungen
Druckversion vom 18.08.2008
URL: http://www.ipus.klinik-am-homberg.de/Bewegungstherapie.html

Als eine weitere therapeutische Option, die wir i. S. eines ganzheitlichen Ansatzes mit anderen hiesigen Therapieangeboten kombinieren, sehen wir die Bewegungstherapie.
Da wir davon ausgehen, dass die körperliche Befindlichkeit Auswirkungen auf das seelische Befinden hat - und umgekehrt, ist uns ein körpertherapeutisches Behandlungsangebot sehr wichtig. Als übergeordnete Ziele verfolgen wir dabei einen selbstfürsorglicheren Umgang mit dem eigenen Körper und eine Verbesserung des psychophysischen Wohlbefindens.
Räumliche Voraussetzungen:
Geeignete Räumlichkeiten für Einzel- und Gruppensitzungen mit entsprechender Ausstattung, z. B. durch Liegematten, Decken, Kissen und Übungsmaterialien, sind vorhanden.
Spezifische Therapieangebote:
Einzelbewegungstherapie
Zielgruppe:
Pat. mit Defiziten in der Körperwahrnehmung, Unsicherheiten im psychomotorischen Ausdrucksverhalten, Ängsten vor körperlicher Nähe, spezifischer Körpersymptomatik.
Methode:
Körperzentriertes, indikationsspezifisches Vorgehen (in Anlehnung an Eutonie G. Alexander, Atemtherapie I. Middendorf, Bewegungslehre D. Jacobs).
Inhalte:
Abklärung der psychophysischen Befindlichkeit des Patienten zur
Beginn jeder Therapiesitzung.
Besprechung des individuellen,
körperorientierten Behandlungsplanes in Abstimmung mit dem
Patienten.
Durchführung indikationsspezifischer Körperübungen aus den o. g.
Bereichen.
Verbaler Erfahrungsaustausch über den Übungsverlauf.
Evtl.
Verabreden von "Hausaufgaben".
Ziele:
Evtl. Aneignung (indikationsabhängig) eines individuellen
Übungsprogramms zur Selbsthilfe.
Verbesserung der individuellen
Symptomatik.
Verbesserung des Körperselbstbewusstseins.
Übernahme von
Selbstverantwortung im Umgang mit dem eigenen Körper.
Erkennen von
Bewegungsgrenzen/ -möglichkeiten.
Differenzierung der
Körperwahrnehmung.
Anregung zur Fortführung der Bewegungstherapie im
ambulanten Setting nach
Beendigung des Heilverfahrens.
Bewegungstherapiegruppe in Verbindung mit der verhaltenstherapeutisch orientierten Depressionsbewältigungsgruppe:
Zielgruppe:
Pat. mit depressiven Störungen, Trauerreaktionen
Methode:
Körperzentriertes Vorgehen, orientiert an erlebnisfördernden und übenden Verfahren aus Bereichen der Körperselbsterfahrung (angelehnt an Eutonie G. Alexander; Atemtherapie I. Middendorf, Gesundheits- und Bewegungspädagogik D. Jacobs).
Inhalte:
Körperzentriertes Auseinandersetzen mit spielerischen,
improvisatorischen, funktionellen, Eigen- und Fremdwahrnehmung fördernden
Bewegungsangeboten zu folgenden Themen (teils vorgegeben, teils ausgehend von
der akt. Gruppenzusammensetzung und Anliegen der Patienten): Körperbild,
Körpersprache, Beziehung/Kontakt - Partner, Gruppe, Materialien -,
Körperwahrnehmung.
Austausch der Erfahrungen mit "IN-BEZIEHUNG-SETZEN"
bisheriger Erfahrung und Integration der neuen Erlebnisse.
Ziele:
Verbesserung der Körperwahrnehmung und Verbalisierung der damit
verbundenen Gefühle und Phantasien.
Förderung von Selbst- und
Fremdwahrnehmung
Stärkung von Körperbewusstsein
Übernahme von
Selbstverantwortung im Umgang mit dem eigenen Körper
Erkennen von
Bewegungs-/Selbstgrenzen, -möglichkeiten.
Eutoniegruppe
Zielgruppe:
Pat. mit Defiziten der Körperwahrnehmung, mit Muskelverspannungen, funktionellen Störungen, mit Schmerzsyndromen, Unsicherheiten im psychomotorischen Ausdrucksverhalten, Pat. mit psychosomatischen Störungen des Bewegungsapparates mit deutlich psychischem Störungsanteil und relativ leichten Organschädigungen.
Methode:
Körperzentriertes/-sensibilisierendes und tonusregulierendes Verfahren in Anlehnung an Eutonie G. Alexander (Eutonie = gute Spannung)
Inhalte:
Erlernen von Körperwahrnehmungsübungen unter verbaler Anleitung
(einfache Formulierung) in geborgenheitsvermittelnder Atmosphäre. Erforschen
körpereigener Strukturen wie Haut, Knochen, ihre gelenkigen Verbindungen und
Gewebe durch Bewegungsaufgaben. Arbeit mit Materialien (z. B.
Kirschkernsäckchen, Kastanienketten, Bambusstäbe, Deckenrolle, etc.) in
konzentrativer Hinwendung der Aufmerksamkeit zum
Körpergeschehen.
Schwerpunkte: Körperwahrnehmung, Körperbild, Entspannung,
Haltungsaufbau, ökonomisches Bewegungsverhalten (Transportübungen),
körperlicher Ausdruck von Konflikten (psychophysische Zusammenhänge), verbaler
Austausch, Vermittlung von Basisinformationen über Eutonie.
Ziele:
Differenzierung der Körperwahrnehmung, Körperbewusstseinsschulung, Stärkung von Körperselbstbewusstsein. Übernahme von Selbstverantwortung im Umgang mit dem eigenen Körper. Erkennen von Bewegungsgrenzen/-möglichkeiten. Tonusregulation - Harmonisierung von Über- und Unterspannung im Körper. Anregung zur Fortführung der Eutonie oder ähnlicher körperzentrierter Verfahren (z.B. Feldenkrais) nach Beendigung des Heilverfahrens.
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Aktualisiert am 18.08.2008